Regicide

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Til Kasmann (Drums)

Til KasmannMan schrieb den 21.7.1980. Das Lübecker Wetter war mal wieder reichlich bescheiden, aber zum Umkehren war es für mich zu spät.
Den Regen der Welt erblickend, griff ich zu Löffeln um mit Inbrunst die Kochtöpfe und Eimer meiner Mutter zu vermöbeln. Es hat dann sieben Jahre Überzeugungsarbeit gebraucht, bis mir der Weihnachtsmann dann endlich ein Kinder-Schlagzeug zu Weihnachten kredenzte und weitere acht bis zur professionellen Unterstützung in Form von Schlagzeugunterricht. Letztendlich ausschlaggebend dafür endlich Unterricht zu nehmen war, dass ein paar Freunde von mir eine Band namens „Shit Happens“ gründen wollten und sich keiner außer mir bereit erklärte, den Part des Schlagzeugers zu übernehmen.

1997 füllte ich dann die frisch freigewordene Stelle bei der HipHop- Combo „Innere Dialektik“ als Rhythmusbeauftragter auf. Neben ein paar kleineren, aber nicht unlauten Sessions mit unterschiedlichen Muckern in meinem Zimmer ..., an dieser Stelle nochmals ein ganz großes Dankeschön an meine Eltern, meinen Brotherhood und sämtliche Nachbarn für Ihr stilles Ertragen meines Lärms. Wie gesagt, abgesehen von diesen Sessions wurde mir dann auch noch die Ehre zuteil, 2 Jahre lang als Schlagzeuger der Big Band des Johanneums zu Lübeck trommeln zu dürfen.

2000 schmiss man mir dann das Abi hinterher und ich wurde Zivi, mit der inneren Überzeugung, im Herbst 2001 ins Mekka der Musik Oldenburg zu ziehen, um Rockstar zu werden. Offiziell gab ich allerdings bekannt, dort Physik zu studieren.

Im November 2001, ich hatte meine Suche nach Nu- Metalbands und Proberaum an den großen Nagel gehängt, rollte mir dann das erste Demo „Travelling Minds“ von Regicide über den Mensatisch. Schlagzeugerposten unbesetzt! Ich hörte rein und hatte wenige Tage später die Herren Janssen und Südhoff am Apparat. Ich muss einen ziemlich drögen Eindruck bei den Herren hinterlassen haben, denn Regicide suchte nach weiteren Bewerbern und sie handelten nur aus schierer Verzweifelung, als sie mich eine Woche darauf zum zweiten Mal anriefen. Ich war heiß zu spielen und das erste Treffen wurde arrangiert. Ich wusste: „Mit diesem Haufen musst du unbedingt zusammen Musik machen.“

Til Kasmann

…und dann ging alles eigentlich ziemlich fix. Wir gewannen den „Oldenburger Act2002“. Produzierten unser Demo-Album „Behind Your Eyes“ und landeten damit auf dem Schreibtisch von Tom Büscher von F.A.M.E. Recordings. Diese Kombination zog einen langen Rattenschwanz von großartigen Touren, z.B. mit Schandmaul und abgefahrenen Festival-Gigs wie dem Wacken, WGT und vielen Anderen so wie die Produktion von unseren beiden Alben hinter sich her. Es war eine großartige und aufregende Zeit.

Doch ab 2007 wurde es immer ruhiger um uns und so entschlossen wir im Jahr 2009 die Kompositionen zum dritten Album einzustellen und auf unbestimmte Zeit zu pausieren.
Timo und ich begaben uns mit den neu gegründeten PardyBoiZ auf anderes musikalisches Terrain und ich zog 2010 nach Hamburg um mein musikalisches Umfeld zu erweitern. Dort nahm ich am Kontaktstudiengang Popularmusik 2010 (Popkurs) teil und lernte u. a. „Clémènt de la Blamage“ kennen. Clémènt und ich schrieben dann unter dem Einfluss von Küstennebel den großartigen „Song des Nordens“ für eine Ausschreibung des NDRs.
Der NDR entschied sich dann allerdings unverständlicher Weise doch für einen anderen Song. ;-)

Bei Interesse mehr dazu unter www.schlagzeugonaut.de.

Und da sind wir auch schon in der Gegenwart angekommen und tja, was soll ich schreiben? Meine Brücken zu Oldenburg habe ich dank der PardyBoiZ und meiner Schlagzeugschüler bis lang nicht abbrechen wollen, so dass nach ca. 2 Jahren Pause mich die Idee, wieder mit Regicide zusammen zu spielen, sehr begeistert hat. Und so finde ich mich in alten Gefilden in Oldenburg wieder um mit bekannten und zwei neuen Gesichtern den nächsten Königsmord zu planen… „never forget your toothpick!“