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Besondere mediale Ereignisse rufen unweigerlich nach Wiederholung. Besser noch nach einer Fortsetzung. Im schlimmsten Fall heißt das: Lauer Abklatsch. Gegebenenfalls auch: Neuauflage – nur größer und teurer und wenig einfallsreich. Wenn Regicide nun hingegen ihr Schweigen brechen, um ein weiteres Königsdrama auf die Bühne zu bringen, darf selbstredend mehr erwartet werden: Ein deutlicher Schritt nach vorn, das Erreichen der nächsten Stufe. Werden wir zeugen seiner Premiere: Das Licht ist stimmungsvoll gedämpft, der Saal besetzt bis auf den letzten Platz. Das Publikum scharrt unruhig mit den Füßen. Regt sich schon etwas hinterm schweren Vorhang? Raunend werden Mutmaßungen angestellt, was an Form und Ausdruck zu Erwarten steht und wie sich der Wechsel im Ensemble auf das Zusammenspiel der sieben Charaktere auswirken wird. Tuschelnd werden Erinnerungen ausgetauscht, die Spuren abgeglichen. Die Glücksmomente bei den gemeinsamen Gastspielen von Regicide und Kollegen wie Schandmaul, In Extremo, Uriah Heep und natürlich auf dem Wacken Open Air.
Dann wird es still. Der schwere Stoff schiebt sich zur Seite. Die Bretter, die die Welt bedeuten liegen offen im warmen Farbenspiel der Scheinwerfer und ohne Umschweife versetzt uns das norddeutsche Septett wieder mitten hinein in seine nonkonformistische musikalische Ideenwelt. Durchzogen von Heiner Jaspers’ Klavierkaskaden und durchwirbelt vom folkig angehauchten Spiel der Geigerin Jonna Wilms. Geerdet von der hörbar zu einer Einheit zusammengewachsenen dreiköpfigen Rockfraktion, die neben Schlagzeuger Til Kasmann und Gitarrist Michael Borchers Malte Hunold am Bass umfasst. Gekrönt schließlich durch den ausdrucksstarken und variantenreichen Wechselgesang des Duos Birgit Lau und Timo Südhoff. |


